Acer TravelMate 2101 WLMi und Debian
Aus MostlyHarmless
Ich bin Besitzer eines Acer TravelMate 2101 WLMi Notebooks und als Linux-Fan habe ich mir natürlich auch Debian GNU/Linux auf diesem Notebook installiert. Das ganze hatte einen unerwarteten Fallstrick, dafür war die Grafikkarte erstaunlich einfach zum Laufen zu bekommen.
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Hardware
Mein Notebook hat die folgenden technischen Daten:
- 15,4" WXGA TFT LCD Display (max. 1280x800 Pixel in 32 Bit Farben)
- Intel Celeron Prozessor mit 2,66 GHz
- ATI Mobility Radeon 9000 IGP Grafikchip
- 2x256 MB DDR333 SDRAM
- 40 GB Ultra ATA/100 Festplatte
- DVD-Brenner (Single-Layer, DVD+R und ???)
- IEEE802.11g WiFi, WPA-Support
Installations-CD
Ich habe den Debian-Installer für Debian Sarge 3.1 RC2 verwendet (netinst image).
Kernel
Die Installation habe ich vom Boot-Prompt aus mit "linux26" gestartet, um die neuen Filesystemtypen (ext3, reiser, xfs, ...) verwenden zu können. Die CD enthielt den Kernel 2.6.8, der aber nach einem reboot die Arbeit verweigerte. Um das Problem zu beheben (ich mußte um drauf zu kommen mehrfach neu installieren), habe ich den Installer am Boot-Prompt mit "linux26 noapic nolapic" gestartet (= ACPI aus?), das hat mein Problem gelöst.
Installationsverlauf
Der Rest der Installation lief wie von Debian gewohnt. Erfreulich ist, das sowohl Netzwerkkarte, Grafikkarte und Sound quasi auf Anhieb liefen. Die Netzwerkkarte meldet sich als "Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+", der Sound ist AC97 kompatibel. Bei der Grafikkarte erwartete ich zuerst Probleme, also starte ich eine Knoppix-CD um an eine mögliche Konfiguration zu kommen. Knoppix hat prinzipiell alles richtig erkannt, startete aber auf dem 16:10 Display im 1024x768 Fullscreen-Modus, wodurch alles verzerrt wurde. Ich konnte aber die Monitoreinstellungen auslesen und für die Konfiguration der Debian Pakete verwenden:
HorizSync 28-96 VertRefresh 50-75
Als maximale Auflösung mußte ich dann noch 1280x800 in die /etc/X11/XF86Config-4 eintragen (zusätzlich zu den anderen voreingetragenen Modes).
Das Touchpad
Das Touchpad kommt von Synaptics. Es läuft auch als normales PS/2 Gerät, ist dann allerdings nicht besonders gut eingestellt und klicken mit dem Finger auf der Touchpad-Fläche funktioniert nicht. Also ist ein "apt-get install xfree86-driver-synaptics" empfohlen und folgende "Maus" in der /etc/X11/XF86Config-4 einzutragen:
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "synaptics"
Option "CorePointer"
Option "Device" "/dev/psaux"
Option "Protocol" "auto-dev"
Option "LeftEdge" "1700"
Option "RightEdge" "5300"
Option "TopEdge" "1700"
Option "BottomEdge" "4200"
Option "FingerLow" "25"
Option "FingerHigh" "30"
Option "MaxTapTime" "180"
Option "MaxTapMove" "220"
Option "VertScrollDelta" "100"
Option "MinSpeed" "0.06"
Option "MaxSpeed" "0.12"
Option "AccelFactor" "0.0010"
Option "SHMConfig" "on"
# Option "Repeater" "/dev/ps2mouse"
EndSection
(Dank an MiCrO für die Konfiguration)
Zu meiner großen Freude reagiert das Touchpad damit für mich wie gewünscht, auch die mittlere 4-Wege-Taste reagiert -wie unter Windows XP- mit Fenster-Scrollen. Der Touchpad-Treiber unterstützt unter Linux auch Scrollen und die rechte/mittlere Maustaste.
Sound
Mit dem verwendeten Debian-Kernel ist prinzipiell nur ein "apt-get install alsa-base alsa-oss alsa-utils" nötig, damit KDE Sound zu entlocken ist. Wenn man einen eigenen Kernel kompiliert, sollte man die OSS Module mit in den Kernel kompilieren, sonst bleibt der Laptop stumm. In der .config Datei des 2.6er Kernels sollten folgende Einträge vorhanden sein:
CONFIG_CHR_DEV_OSST=m CONFIG_SND_OSSEMUL=y CONFIG_SND_MIXER_OSS=m CONFIG_SND_PCM_OSS=m CONFIG_SND_SEQUENCER_OSS=y CONFIG_SOUND_OSS=m
Was noch ungetestet ist
Irda
Die Irda-Schnittstelle ist mangels Bedarf ungetestet
Was getestet ist und nicht geht
Internes Modem
In dem Laptop ist ein Softmodem von ATI eingebaut. Es gibt Berichte, das das Modem mit den Debian Paketen sl-modem-daemon und sl-modem-source zum Laufen zu kriegen ist. Bei mir wurde das Modem mit den Treibern auch erkannt (als /dev/ttySL0), aber das Modem konnte wahlweise keinen Wählton erkennen oder keinen Carrier feststellen. Es könnte mit dem Soundtreiber zusammenhängen (der könnte die Modulation für das Modem übernehmen), das ist aber nur eine Vermutung. lspci identifiziert das Modem wie folgt:
0000:00:14.6 Modem: ATI Technologies Inc: Unknown device 434d (rev 01)
WLAN
Der "Broadcom Corporation BCM4306 802.11b/g Wireless LAN Controller" taucht im lspci wie folgt auf:
0000:02:05.0 Network controller: Broadcom Corporation BCM4306 802.11b/g Wireless LAN Controller (rev 03)
Ich habe das WLAN-Device mit Hilfe von NdisWrapper erkannt bekommen. Unter Debian empfiehlt es sich dazu folgende Schritte auszuführen:
apt-get install ndiswrapper-source ndiswrapper-utils cd /usr/src tar xjvf ndiswrapper-source.tar.bz2 cd modules/ndiswrapper/ make make install
In der Installationsanleitung von ndiswrapper sind dann auch die weiteren nötigen Schritte beschrieben: WLAN-Treiber installieren, Kernel-Modul laden und WLAN konfigurieren. Als Treiber habe ich den Treiber von Acer auf ftp://ftp.support.acer-euro.com/notebook/aspire_1500/drivers/80211g.zip verwendet.
Das hört sich jetzt zwar schonmal ganz gut an, allerdings ist das Funkmodul wohl immer noch ausgeschaltet. Unter Windows muß man noch eine Taste drücken, um das WLAN zu aktivieren, aber leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, das auch unter Linux zu erreichen. Der Acer Hotkey driver for Linux liefert mir zwar für die Taste den Code 0x30, aber im normalen Betrieb läßt sich damit das WLAN-Modul nicht aktivieren.
Hardware Pflegetipps
Wenn sich der Laptop mal längere Zeit laut verhält und die CPU-Temperatur dauerhaft heiß ist, sollte man die Belüftungsschlitze (einmal hinten, einmal rechts, einmal vor dem Bildschirm) mit einem Staubsaugerschlauch aussaugen. Es kann sein, das sich darin Staub festgesetzt hat und die saubere Luftzirkulation zum Abführen der Wärme behindert.
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